18. Mai 2009

Wieder zu Hause



Die Zeit vergeht manchmal schneller als man moechte. Nun sind wir nach einem halben Jahr oder 6 Monaten oder 26 Wochen oder 182 Tagen wieder zurueck in der Heimat. Wir haben uns einen Lebenstraum erfuellt und diese wunderschoenen Momente werden wir nie mehr vergessen!!

Wir koennen allen nur sagen: Wenn man fest daran glaubt, etwas wirklich will und auch alles dafuer gibt, lassen sich viele Traeume erfuellen. Kleine wie auch grosse. Es lohnt sich!

Wir sind auf Berge und Vulkane geklettert und durch Regenwaelder gewandert, sind staunend vor Eisbergen gestanden und haben in der Wueste geschwitzt, haben alte und neue Kulturen entdeckt und konnten von der bunten Unterwasserwelt nie genug bekommen, hatten 18 Fluege, stundenlange Busfahrten, sind mit Boot und Camper gereist,haben in x verschiedenen Betten und im Zelt geschlafen, verschiedenste Gerichte ausprobiert, hatten unsere schoensten aber auch anstrengensten Momente, haben Grenzen erreicht und Horizonte erweitert und vor allem eins gelernt:
DIE WELT IST SCHOEN!!!

Doch genauso wissen wir, dass wir eine schoene Heimat haben und gerne leben wo wir leben. Mit diesem Wissen kann man umso entspannter reisen und lernt alles wieder neu zu schaetzen. Aber um seine Heimat dauerhaft lieben zu koennen muss man ab und zu was neues sehen und in die Ferne reisen.
Aus diesem Grund werden immer zwei Herzen in unserer Brust schlagen. Eines fuer die Heimat und eines fuer das Fremde in der Ferne. Denn Sehnsucht macht suechtig und das Buch der Erde hat noch viele Seiten zum Lesen uebrig!!

Der Anfang zu Hause wird vielleicht erstmal etwas schwierig, doch wir sagen uns. "Weine nicht dass es vorrueber ist sondern freue dich dass Du die Zeit hattest" und schauen neugierig in die Zukunft was immer sie uns bringt.

Ein grosses DANKE noch an all die, die uns waehrend unserer Reise begleitet haben. Es war immer schoen von euch zu hoeren und hat unsere Erlebnisse noch schoener gemacht!!

Abschluß in Singapur

Es war zwar unser letzter Stopp aber wir freuten uns auf die Stadt denn wir waren ja schonmal hier. Und hier war es auch wo wir zum ersten Mal zaghaft ueber das Thema Weltreise gesprochen hatten. Nun aber der Ort an dem wir die Reise beenden. Singapur ist dafuer aber Klasse denn es ist sauberes und geregeltes Asien. Kein Wunder wenn alles wie z.Bsp. Muell wegwerfen, Kaugummi ausspucken und Wasser verschmutzen ein paar hundert Dollar Strafe kosten.
Auch so ist die Stadt der Wahnsinn. Alles ist superlativ. Am saubersten, am hoechsten, am schoensten, am schnellsten. Das letzte mal waren an der Marina ein paar Hochhaeuser. Nun haben sie das Meer aufgeschuettet (man will ja den Regenwald schuetzen!) und bauen da an nem neuen atemberaubenden Projekt. Die Lieblingsbeschaeftigung der Singapureaner besteht aus arbeiten, shoppen und essen. Es gibt hier riesige Shoppingcentren die unterirdisch miteinander verlinkt sind. Alles was das Herz begehrt. Ein Pulli ist nicht schlecht da alle Gebaeude auf gefuehlte 10° runtergekuehlt sind. Wenn man dann danach Hunger hat geht man in einen Hawker Center oder Food Court wo man sich zwischen 20-30 verschiedenen Essensstaenden entscheiden muss was man denn gerne haette.
Von Zoo ueber Skihalle, Wasserpark, Urlaubsinsel, Bowling etc. .. alles ist machbar. Essen und shoppen sogar 24h. Wir hielten uns meistens an der Marina auf. Fuer uns der Platz mit der meisten Atmosphaere. Am letzten ganzen Reisetag haben wir uns die Fahrt mit dem Singapur-Flyer bei Nacht gegoennt. Ein 160m hohes Riesenrad (natuerlich das hoechste der Welt) mit Aussicht ueber die Stadt. Der absolute Hammer! Anschliessend noch ein kurzer Spaziergang ueber die Formel1 Rennstrecke. Der Zoo (natuerlich der schoenste der Welt) hat uns auch sehr beeindruckt. Die muessen hier halt nix extra anpflanzen sonder legen den Zoo einfach im Regenwald an. So laeuft man quasi durch nen botanischen Garten zu den verschiedenen Gehegen die alle keine Zaeune sondern nur natuerliche Barrieren hatten. Bei den Orang Utans fuehrt eine Bruecke durch das Gelaende wo sie sich dann ueber unseren Koepfen durchhangelten. Einfach nur genial.
Und irgenwann war er da. Der Tag an dem wir zum allerletzten Mal unseren Rucksack gepackt und geschultert haben. Ab zum Flughafen Richtung Heimat mit einem lachenden und einem weinenden Auge!

Unser Lieblingsplatz

Marina Bay mit dem "Merlion"

Singapore-Flyer

Aussicht vom Flyer

Formel1 Boxengasse und Start-Ziel-Bereich

Einer von vielen Hawker Center

Zoo ohne Zaeune




14. Mai 2009

Tempelmarathon im Backofen

In Siem Reap haben wir uns drei Tage lang einen Teil der alten Khmer-Tempel (Angkor) gegeben. Die Highlights durften wir gleich am ersten Tag bewundern: Angkor Wat, Angkor Thom und Ta Prohm. Viele haben vielleicht schon Bilder davon gesehen wie auch wir vorher. Doch wenn man die Tempel mit den eigenen Augen sieht kommt man aus dem Staunen nicht mehr raus. Sowas riesiges, kunstvolles...es fehlen die Worte. Die Kamera lief auf Hochtouren. Genau wie unser Koerperkuehlungssystem. Unser bisheriger "Heiss"- Rekord. Benni hatte kein tockener Faden mehr am Koerper und mir tropfte permanent der Schweiss von Nase und Stirn. Pro Tempel eine Flasche Wasser. Zum Glueck gab es abends ein paar nette Kneipen wie das "Angkor What?" wo man sich mit einem Pitcher Gin Tonic wiederbeleben konnte. Die naechsten Tempel und Tage waren nicht weniger beeindruckend, doch irgendwann waren wir "tempeld out" und konnten nix mehr aufnehmen.
Der erste Eindruck von Kambodscha hatte sich bestaetigt. Die Menschen sind sowas von nett, hilfsbereit und herzlich. Wir fuehlten uns zum ersten Mal ehrlich willkommen und nicht nur als Geldgebermaschine. Und das (oder gerade wegen?) der schweren Zeit die das Land durchgemacht hat. Von 1975-1979 hat die Pol Pot Regierung mit schwerer Arbeit, Hunger, Folter und Massenmord ein Drittel (!) der Bevoelkerung ausgeloescht. Die politische Lage ist erst seit 2000 einigermassen stabil aber zerbrechlich. Ausserdem gibt es in Kambodscha grob geschaetzt 3-6 Millionen Landminen die jedes Jahr Menschen toeten oder schwer verletzen. Wenn man die vielen Kinder mit fehlenden Armen oder Beinen sieht bricht es einem fast das Herz.
Aber wie gesagt: Das Land hat es uns angetan und uns bewegt. Finden es superschade nicht mehr davon gesehen zu haben. Hoffen wir nur, dass es stabil bleibt und kein Krieg mehr beginnt.

Angkor Wat

Bei Sonnenaufgang


Kleiner Ausschnitt von einem Wandrelief


Angkor Thom



Ta Prohm



Auf dem Weg zur Schule



Gruener gehts nicht

Ueber den Mekong nach Kambodscha

In Saigon waren wir nur einen Tag, aber laenger haetten wir es auch nicht ausgehalten. Vielleicht liegt es daran dass uns chaotische Staedte allgemein stressen, aber Saigon ist was Verkehr und laut angeht der Hammer. Tausende Motorroller und all paar Meter wird man agehauen ob man nicht was kaufen oder spenden moechte. Haben dann noch das Kriegsmuseum besucht. Sehr interessant aber auch schockierende Bilder.Es wird zwar alles aus der vietnamesischen Sicht dargestellt, trotzdem ist es keine Entschuldingung fuer Amerika wie die in dem Land "gewuetet" haben. Die Folgen von "Sergent Orange" (Pflanzengiftmittel) sieht man heute noch auf den Strassen betteln.
Sind dann mit einem Zweitagesausflug (angeblich mit Boot) nach Kambodscha gereist. Der erste Tag bestand mal wieder mehr aus Bus als aus Boot. Doch wir bekamen gezeigt wie verschiedene Sachen wie z.Bsp. Reispapier, Puffreis und Cocosbonbons hergestellt werden und konnten einen Markt besuchen. Noch recht interessant. Abends haben wir in nem "Floating Hotel" am Mekong uebernachtet. Der zweite Tag war dann wirklich auf dem Boot. Hatten eigentlich das Slowboat gebucht, mussten aber auf das Fastboat umsteigen. Anfangs aergerlich, denn wir wollten die Szenerie am Fluss laenger geniessen. Im Nachhinein ganz gut denn so konnten wir in Phnom Penh (Haupstadt Kambodscha) gleich den Bus nach Siem Reap nehmen. Ein Mammut-Reisetag doch Zeit gespart. Die Blicke aus dem Busfenster haben entschaedigt. Auf den ersten Blick war Kambodscha anders als Vietnam. Viel flacher, aber gruen und voller Reisfelder. Auf den Strassen vor den Holzhuetten spielt sich noch das urspruengliche asiatische Leben ab. Waeren am liebsten oefter mal ausgestiegen um Fotos zu schiessen. Kurz darauf bei ner Reifenpanne gab es die Gelegenheit. Aber siehe da, eine halbe Stunde spaeter war der Reifen geflickt und es ging weiter. Waren von Anfang an von dem Land verzaubert und freuten uns was uns noch alles erwartet


Leben im Boot

Arbeiten im Boot
Herstellung von Reispapier

Fischfarm

Reifenpanne

12. Mai 2009

Kurz vor Schluss

Ausfuehrliche Berichte vom Mekongdelta und Kambodscha kommen demnaechst noch. Haben hier aber gerade nicht so die Moeglichkeiten. Aber Kambodscha war fuer uns ein genialer Abschluss von Indochina (die Hauptstadt ausgenommen). Es ist bisher das Land in Asien das uns am besten gefaellt und uns am meisten bewegt hat. Schade dass wir nicht mehr davon sehen koennen. So was weiss man halt bei der Planung nie.
Morgen frueh geht es nun nach Singapur um den letzten Stempel in den Reisepass zu hauen. Freuen uns schon auf die Stadt aber die Gefuehle sind sehr gemischt. Koennen kaum glauben dass unser grosser Traum von der Weltreise nun bald vorbei sein soll.
:-(
Versuchen aber noch bevor wir zu Hause sind die fehlenden Reiseberichte zu vervollstaendigen.

2. Mai 2009

Hoi An und die Regenzeit

Nach einer weiteren Uebernacht-Zugfahrt und "kurzer" Busfahrt (nur vier Stunden :-) ) kamen wir gut ausgeschlafen in Hoi An an. Bisher gefaellt uns Vietnam sowieso schon gut, aber in diese Stadt haben wir uns vom ersten Augenblick an verliebt. Die alte Innenstadt mit den schnuckeligen alten Haeusern ist tagsueber fuer Motorroller gesperrt. So kann man durchschlendern ohne die Angst gleich ueberfahren zu werden. In jedem Gebaeude ist ein Geschaeft das zum Einkaufen einlaed. Doch hauptsaechlich bieten hier ca. 600 Schneider ihre Dienste an. Innerhalb von einem Tag bekommt man auf den Leib geschneidert was das Herz begehrt. Ich konnte mich fuer nix entscheiden da das Angebot zu gross war, doch Benni hat zugeschlagen. Einen dunkelgrauen Nadelstreifenanzug und ein schwarzes Hemd fuer ca. 90 Euro. Angeblich Kaschmir aus Italien wenn man dem Etikett glauben schenkt (hust, hust). Wie war das mit dem geschenktem Gaul?? Sieht auf jedenfall super aus.
Den Ausflug nach My Son, einer alten Tempelanlage, hat's uns gruendlich veregnet. Hier kommt die Regenzeit puenktlich im Mai und es regnet die ganze Zeit. Etwas schade, denn die alten Ruinen mitten im Dschungel, teilweise mit gruen bewachsen, sind phaenomenal. Gestern hatten wir etwas mehr Glueck mit dem Wetter. Sind mit dem Fahrrad zum Strand gefahren um mal wieder Meer zu sehen. Baden war nicht drin, aber relaxen im Liegestuhl. Davon kann man ueble Prellungen bekommen. Ja, ihr habt richtig gehoert! Benni forderte mich grade auf zahlen zu gehen, da kracht der Stoff durch und mich haut's mit den Ellenbogen voll auf den Rahmen. O le, o le!! Es sei hinzugefuegt, dass der Stuhl schon angerissen war. Ehrlich!
Letzte Nacht probierten wir ein neues Fortbewegungsmittel aus: Der Schlafbus. Na ja. Man haette die Chance zu schlafen wenn der Fahrer nicht wie bloede hupen und die Strassen ohne Schlagloecher waeren. Nun sind wir etwas geraedert in Nha Trang. Dies sollte unser letzter Stopp am "Meer" sein mit baden und schnorcheln. Es regnet leider Bindfaeden. Das dumme ist nur, dass der Wetterbericht fuer die naechsten zwei Wochen nix besseres zu bieten hat. Kein schoener Abschluss. Nun ja, warten wir's ab...


Hoi An, Old City


Tempelanlage My Son





DAS Vietnamfoto schlechthin: Reisfeld, Reishut, Wasserbueffel

Jetzt bloss nicht den Bauch einziehen...


Halong Bucht

Eine Tour in die Halong Bucht zu buchen war garnicht so einfach, da es hunderte von Booten gibt die unterschiedlich lange rausfahren und zum Teil an verschiedene Orte fahren. Da wir kein Bock mehr auf die 08-15 Standardnummer hatten, gaben wir das doppelte unseres geplanten Budgets aus und hofften. Und siehe da, es hat sich gelohnt. Wie versprochen war das Boot erst zwei Jahre alt und hat drei Tage lang die eher abgelegeneren Orte in der Halong Bucht angesteuert. Hinzu kam, dass es fuer 30 Leute ausgelegt ist, wir es aber nur zu neunt beansprucht hatten. Das "Team" hat sich sofort gut verstanden.
Am ersten Tag habe wir eine gigantische Tropfsteinhoehle besichtigt und anschliessend ging's zum kajaken und baden. Haette nie gedacht dass das Wasser hier wirklich zum baden einlaed, ist aber total klar. Tags darauf hatten wir genug Zeit wieder auf dem Kajak die unglaubliche Landschaft zu geniessen. Da es nur unsere Gruppe war, hatten wir die Ruhe dazu gratis. Man kommt aus dem staunen nicht mehr raus. Hunderte Karstinselchen ragen aus dem topfebenen Meer. Und dahinter sind wieder welche, und wieder welche... . Das festzuhalten schafft kein Photo. Die Menschen leben hier in ihren Haeusern auf den schwimmenden Plattformen hauptsaechlich vom Fischfang. Recht einfach, muessen aber keine Steuern zahlen da sie ja quasi kein "Land" beanspruchen. Da drueckt dann auch mal der Staat ein Auge zu.
Die drei Mahlzeiten am Tag waren sehr ueppig. Seafood in allen Variationen vom feinsten in ungefaehr neun Gaengen . Wollten schon immer Mal an einer Tafel sitzen wo einem der Kellner im weissen Hemd die Krebse aufknackt. Ich sag noch zu Benni "Das ist ja wie auf dem Traumschiff", da gehen schon die Lichter aus und die Ananaslaterne mit den Fruehlinsrollen wird serviert. Gefolgt von dem essbaren Blumenstrauss mit Shrimps. Natuerlich war die Landschaft schon das Beste, wollten nur mal zeigen dass man auch als Weltreisender nicht darben muss :-)

Auf dem Sonnendeck

Einer von tausenden Karstfelsen

Schwimmendes Fischerdorf



Die "Blumen" waren aus Gemuese